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Die 6:0-Abwehr und ihre Regelbewegung

In der 6:0 stehen alle sechs Abwehrspieler auf einer Linie am Sechsmeterraum. Die Regelbewegung ist einfach: Der ballnahe Abwehrspieler tritt offensiv zum Ballführer heraus, bleibt dabei etwa einen Meter vor ihm und torseitig. Seine beiden Nachbarn rücken ein und sichern dahinter — es entsteht ein Dreieck. Wandert der Ball weiter, kehrt der Heraustretende zurück, und der nächste ballnahe Abwehrspieler tritt heraus. Die Abwehr reagiert auf den Ball, sie läuft ihm nicht voraus.

Wie weit tritt der ballnahe Abwehrspieler heraus?

Bis etwa an die Neunmeterlinie, einen guten halben Meter torseitig vor dem Angreifer. Er stellt sich also nicht neben ihn, sondern zwischen ihn und das Tor. Zu kurz herausgetreten heißt, der Rückraumspieler kann ungestört werfen; zu weit heraus heißt, er wird im ersten Schritt überlaufen. Diese Entfernung ist der häufigste Streitpunkt im Training — und sie ist auch der Grund, warum eine 6:0 entweder passiv wirkt oder funktioniert.

Was machen die Nachbarn?

Sie rücken ein und verdichten den Raum hinter dem Heraustretenden — etwa anderthalb Meter in seine Richtung, aber vor der Torraumlinie, nie im Torraum. Das ist das Abwehrdreieck: Einer attackiert den Ballführer, zwei sichern dahinter. Wer diesen Schritt nicht macht, öffnet genau die Lücke, durch die der Kreisläufer angespielt wird.

Wo stehen die Abwehr-Außenspieler?

Das ist der Teil, der am häufigsten falsch gemacht wird. Der ballnahe Abwehr-Außenspieler steht tief und breit am eigenen Pfosten. Der ballferne dagegen geht hoch und antizipiert den langen Pass auf die andere Seite — genau dort entstehen die Bälle, aus denen ein Gegenstoß wird. Ein ballferner Außen, der tief in der Ecke stehen bleibt, verteidigt eine Situation, die gar nicht stattfindet.

Für wen ist die 6:0 geeignet?

Für Mannschaften, die als Block noch zusammenfinden müssen — sie ist die Abwehr mit den klarsten Zuständigkeiten und den kürzesten Wegen. Im Jugendbereich wird immer offensiv verteidigt.

Woran scheitert sie im Spiel?

An drei Dingen: Der Block schiebt zu früh zurück, wenn der Ball auf den Außen geht, statt auf der Seite zu bleiben. Die Deckungspaare stehen deckungsgleich, sodass der Kreisläufer verdeckt angespielt werden kann. Und die Abwehr bewegt sich vorauseilend statt auf den Ball. Alle drei lassen sich im Training sichtbar machen, indem man den Ball bewusst langsam laufen lässt und nach jedem Pass anhält.

Ratgeber

Woher das kommt

Geschrieben von Marc Feldmann, Trainer der 1. Damen der SG Rotation Prenzlauer Berg in der Oberliga und Gründer von Handball Coach World, der Trainings-App für Vereinstrainer:innen. Mehr über die App.

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