HandballCoach World

Wie baue ich eine Handball-Trainingseinheit auf?

Vier Phasen, nicht mehr: Aufwärmen inklusive Einpassen, Grundübung, Grundspiel, Zielspiel. So steht es im DHB-Lehrbuch, und so kennen es Trainerinnen und Trainer aus der Ausbildung. Alles, was früher als eigener Block „Abschluss" oder „Endspiel" lief, gehört ins Zielspiel. Der Aufbau geht immer vom Einfachen zum Schweren: erst die Bewegung isoliert, dann unter Gegnerdruck, dann im freien Spiel.

Was gehört ins Aufwärmen?

Mehr als Laufen. Ins Aufwärmen gehören der Laufteil, das Einpassen, die Warm-mach-Spiele — und das Einwerfen des Torwarts. Gerade Letzteres fällt in der Praxis oft hinten runter, weil es als eigener Block gedacht wird, für den am Ende keine Zeit bleibt. Es ist kein eigener Block: Der Torwart wird im Aufwärmen eingeworfen, und zwar jedes Mal. Ein kalter Torwart in der ersten Wurfserie ist ein Verletzungsrisiko, und ein Torwart, der nie Bälle bekommt, verliert die Lust an der Position.

Was unterscheidet Grundübung und Grundspiel?

Die Grundübung ist der Technik- und Schwerpunktteil: Hier wird die Bewegung geübt, auf die die Einheit hinausläuft, möglichst ohne störende Nebenbedingungen. Das Grundspiel setzt dieselbe Bewegung in eine Spielform mit Gegner — reduziert, aber mit Entscheidung. Der Übergang ist der eigentliche Lernmoment: Wer eine Bewegung in der Übung beherrscht, sie aber im Grundspiel nicht abruft, hat sie noch nicht gelernt, sondern nur nachgemacht.

Und das Zielspiel?

Das Zielspiel steht am Ende und ist dem echten Spiel am nächsten. Hier wird nicht mehr korrigiert, sondern gespielt — mit der Vorgabe, die den Schwerpunkt der Einheit erzwingt. Wer an der Abwehr gearbeitet hat, spielt mit einer Regel, die genau diese Situation immer wieder herstellt. Das Zielspiel ersetzt das, was viele als „Abschlussspiel" an die Einheit hängen: Es ist kein Ausklang, sondern der Punkt, an dem sich zeigt, ob die Stunde funktioniert hat.

Wie lange dauert welche Phase?

Es gibt keine feste Minutenzahl, die für jede Mannschaft stimmt — aber eine Faustregel: Je jünger die Mannschaft, desto mehr Zeit braucht das Aufwärmen, und desto kürzer müssen die einzelnen Übungen sein. Eine gängige Verteilung: 20 Prozent Aufwärmen inklusive Einpassen, 20 Prozent Grundübung, je 30 Prozent Grundspiel und Zielspiel. Wer merkt, dass die Konzentration in der Grundübung wegbricht, kürzt sie — eine schlecht ausgeführte Technikübung schleift den Fehler ein, statt ihn zu beheben.

Warum überhaupt eine feste Gliederung?

Weil sie die Planung entlastet und die Mannschaft führt. Eine Einheit, die immer gleich aufgebaut ist, braucht keine Erklärung mehr — die Spielerinnen und Spieler wissen, was kommt, und die Übergänge kosten keine Zeit. Für den Trainer ist sie eine Checkliste: Wenn eine Phase fehlt, fällt es sofort auf. In Handball Coach World ist genau diese Gliederung die Vorlage für jede neue Einheit.

Ratgeber

Woher das kommt

Geschrieben von Marc Feldmann, Trainer der 1. Damen der SG Rotation Prenzlauer Berg in der Oberliga und Gründer von Handball Coach World, der Trainings-App für Vereinstrainer:innen. Mehr über die App.

Preise, Lieferbarkeit und Links zuletzt geprüft am 20.10.2026.